Klanglandschaft Mainfranken 2017

„…ein himmlisch Gut…“

Martin Luther und die Musik

Abweichend von der Legende des Wittenbergschen Thesenanschlags, gilt als historisch gesicherter Beginn der Reformation Martin Luthers Übermittlung seiner 95 Thesen an den Mainzer Erzbischof Albrecht von Brandenburg, der damals in Aschaffenburg residiert. Von hier gelangt das Dokument schließlich nach Rom.

„Luthers Lieder haben mehr Seelen verdorben als alle seine Schriften und Reden“, konstatiert 1620 der Jesuit Adam Contzen. Mit dem Lied in deutscher Sprache entwickelt der Reformator ein neues wirkungsvolles Medium zur Verbreitung reformatorischen Geistes, dessen Wort-Ton-Symbiose zudem einer der einflussreichen Faktoren deutscher Kulturgeschichte wird.


»Wer die Musik verachtet, wie denn alle Schwärmer tun, mit denen bin ich nicht zufrieden. Denn die Musik ist eine Gabe und Geschenk Gottes, nicht ein Menschengeschenk. Sie vertreibt auch den Teufel und macht die Leute fröhlich: man vergißt dabei allen Zorns, Unkeuschheit, Hoffart und anderer Laster. Ich gebe nach der Theologie der Musik die nächste Stelle und die höchste Ehre«.

Mit dem Topos der „himmlischen Kunst Musik“ greift Luther auf die griechische Mytologie zurück. Ihre Kraft bildet Geist und Gemüt der Menschen, um nach Gottes Vorbild „Edel, hilfreich und gut“ (Goethe „Das Göttliche“) zu werden. Der Impuls zur „Volksbildung“, die im 19.Jh. ihre erste Blüte und derzeit eine vitale Renaissance erlebt, ist unschwer zu erkennen.

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